Ich fahr Rad

Die Sache mit dem Helm

Ja – er ist scheiße für die Frisur. Und nein: es sollten nicht nur die Kinder einen tragen, sondern auch die Eltern. Und nebenbei: die Diskussion über die „Darth Vader“ Kampagne des Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur ist so, als würde man darüber streiten, ob eine Fahrradmarke das richtige Image transportiert mit all den jungen hippen Leuten die sich Berge runterstürzen. Und nicht darum, worum es wirklich geht: nämlich ob die Räder zuverlässig sind für Normal-Radler. Also: egal ob man die Kampagne versteht, gut findet oder sonstwas: es geht um die Sache. Und dazu habe ich eine klare Meinung!

DD-Radweg-2010 (1 von 1)

Auch bei Dreharbeiten – nicht ohne Helm!

Ich habe ungefähr zwei Jahre die „Freiheit“ ohne Helm genossen. Dann hat es einen meiner Rad-Freunde erwischt. Es war keine Tour, nur eine Einkaufsfahrt. Er war nicht schnell, er war nicht unvorsichtig – es war einfach Pech. Pech das sein Leben veränderte.

Ab dann hab ich auf diese „Freiheit“ gepfiffen. Ich bin für den Helm. Und binnen kürzester Zeit war das so normal, wie den Gurt anlegen. Und auch bei den Dreharbeiten für diverse Rad-Dokus für den WDR wäre uns nie eingefallen, ohne Helm zu fahren – nur weil die Kamera dabei war.

Und darum fand ich die Kampagne für den Helm vom Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur völlig in Ordnung. Und dann gab es wohl, wie mir Dorothee Bär bei einem Interview-Termin erzählte und wie ich dann auch sehen konnte, eine recht intensive Diskussion über die „Helmkampagne“ mit Darth Vader. Es wurde über Militarismus und ich weiß nicht was geredet.

Das meint ihr nicht ernst oder?

Das Bild findet auf jeden Fall Aufmerksamkeit. Ich könnte stattdessen haufenweise Bilder liefern, wo man Eltern sieht, die hinter ihren Kindern herradeln – ohne Helm. Dafür haben die Kleinen einen auf dem Kopf. Mit etwas Glück sogar richtig… Aber wenn Papa und Mama dumm stürzen, was hilft es dann, dass das Kind den Helm auf hatte? Würden diese Bilder jemanden zum hinschauen bringen? Nö – ist ja okay, oder?

Oder Bilder von MTBlern die denken: bergauf geht eh so langsam. Brauch ich keinen Helm. Da hängt der Helm dann zum Schutz für die Lenkerstange an der Lenkerstange. Was ein Blödsinn! Gerade bergauf ist man wackelig unterwegs, machen Steine und Wurzeln die Fahrt nicht ungefährlich. Es geht nicht um Schnell- oder Langsam. Es geht um das Risiko des Sturzes und das unglückliche Fallen auf den Kopf.

Und wenn man dann die Argumente dagegen hört könnte man schon auch mal schnell militant werden und möchte manchmal wirklich Stormtroopers losschicken… „Es ist nicht bewiesen, dass das immer schützt!“ Aha… „Es wird die Menschen vom Radfahren abhalten, wenn es eine Pflicht wird.“ Oh…

Und dies Argumente kommen zum Teil von Presseleuten der Radfahrerverbände. Ganz ehrlich: ich lebe gerne mit einer Kampagne, die vielleicht irgendwen stört, wenn sie erreicht, was wichtig ist: Hirn und Bauch. Und sei es nur weil man hinguckt sich drüber aufregt – aber hoffentlich trotzdem danach drüber nachdenkt.

Motto: Hirn ein, Helm auf… Damit die Saga vom wunderbaren Volkssport für möglichst viele auch nach einem Sturz weitergeht!

So – und jetzt geh ich radeln…

 

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