Ich fahr Rad

Kann man auf einer Insel ´ne schöne Radtour machen?

Track-und-Insel

Eine Inselrunde mit Strandgang…

Okay – zugegeben: man macht keine Kilometer mit dem Rad auf einer Insel wie Borkum. Aber es macht viel Spaß mit einem vernünftigen Mountainbike (das kann man da auch leihen) mal einen Ausflug in Richtung Vogelgebiet und Strand zu machen. Hier die Daten, Fotos und eine kleine Beschreibung der knapp über 30 Kilometer langen Tour…

MTB-Tour-Borkum (2 von 45)Nein – Höhenmeter gibt es auch keine 😉 Man bewegt sich zwischen 0 und 20 Metern oder so. Aber es gibt viel zu sehen. Die Route die ich vorstellen will geht praktisch über die ganze Insel.

Hier die Kartendarstellung per GPS-Track meiner Tour:


 

volle Distanz: 31.3 km
Maximale Höhe: 13 m
Gesamtanstieg: 177 m
Gesamtabstieg: -181 m
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Wer will kann die Route als GPX-File herunterladen. Im folgenden habe ich sie beschrieben. Sie führt von unserer Ferienwohnung weg erstmal in Richtung Borkum Flughafen. Schnell ist man auf kleine Wegen zwischen den Dünen.

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Mountainbike auf der Insel? Doch – das macht schon Sinn…

Da gibt es viel grün, der Weg ist schattig und – wenn es ein windiger Tag ist – auch recht windgeschützt. Denn merke: der Wind ist der Berg des Radlers an der Nordsee… Man beginnt, wenn man öfter im Norden unterwegs ist, diese „Windschattenwege“ wirklich zu schätzen…

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Nicht täuschen lassen – gerade diese Wege haben viele Bodenwellen!

Aber es gibt auch längere Abschnitt die ohne Sonnen- und Windschutz sind. Und da gilt es ggf. ordentlich zu strampeln, wenn der Wind weht. Denn merke: der Wind ist der Berg des Radlers an der Nordsee…

Das Rad vom guten Verleih!

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Wer auf der Insel radelt, sollte beim Leihrad genau hingucken…

Für die Tour habe ich mir beim Radverleih van Raden gegenüber der Wohnung ein Mountainbike ausgeliehen. Aber Achtung: nicht (!!) um damit am Strand im Sand zu fahren. Das ist erstens verboten und zweitens Gift für das Rad. Und drittens: ja drittens, auch kaum sinnvoll zu machen, weil das Rad im Sand versinkt. Darum schiebe ich ab da, wo der Sand ernsthaft beginnt oder die Schilder es fordern…

„Ein Mountainbike auf der Insel ist prima, weil es die vielen Bodenwellen gut abfedert, angenehm zu fahren ist und auch auf rauerem Grund fahren kann.  Es ist nicht dazu da, durch den Sand am Strand zu radeln!“

Merksatz 1

Der Radverleih van Raden ist übrigens wirklich empfehlenswert. Egal wo man auf der Insel wohnt und egal welches Rad man sucht. Die Räder sind gut in Schuss, die Preise passen und freundlich sind die Leute dort auch. Nebenbei: es gibt dort auch eine nette kleine Minigolf-Anlage. Rennräder gibt es allerdings nicht – aber ehrlich: die machen auf der Insel durch Pflaster, Bodenwellen usw. auch keinen Sinn.

Richtung Ostland & Deich

MTB-Tour-Borkum (37 von 45)Weiter geht es in Richtung Ostland. Wer nun schon erschöpft sein sollte: kurz bevor man in Richtung Deich fährt, kommen zwei Lokale. Das Gasthaus „Bauernstuben“ und das „Cafe Ostland“. Beide sind in sehr Ordnung, das hintere (Ostland) ist aber besonders empfehlenswert. Hat aber nicht immer alles offen auf der Insel. Gerade im Herbst oder Frühjahr sollte man sich erstmal schlau machen, ob – außer einem selbst – noch jemand da ist, der einem Ostfriesen-Tee oder einen großartigen Quark mit Nüssen und Honig macht…

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Ohne Worte und ein Hammer: der Quark im Cafe Ostland

„Achtung: wenn man mit dem Rad – vor allem außerhalb der Saison – unterwegs ist: Viele Lokale machen in den ruhigen Monaten auch Pause oder renovieren. Also: vorher schlau machen, damit man nachher auch was leckeres kriegt und nicht erstmal suchen muss.“

Merksatz 2

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Vorsicht bei Regenwetter – da kann es schnell matschig werden

An den beiden Lokalen biege ich dann nach rechts ab – in Richtung Deich, Vogelschutzgebiete usw. Der Weg ist eine Mischung aus gepflastert (aber teilweise mit heftigen Wellen drin) und geschottert oder unbefestigt. Bei schlechtem Wetter kann man also auch dreckig werden. Darum mal lieber bei gutem Wetter fahren und bei schlechtem eher auf den befestigten Straßen bleiben.

MTB-Tour-Borkum (9 von 45)Auf dem Weg sieht man das typische Fleckvieh (vulgo Kühe) in der typischen Landschaft. Dazwischen immer wieder Wassergräben und Süßwasserflächen. Wirklich idyllisch.

Oben oder unten?

MTB-Tour-Borkum (10 von 45)Die nächste Entscheidung ist: oben uff´m Deich oder unten. Die erste Frage ist die Windfrage. Weht er stark entgegen, ist erstmal eher unten angesagt. Das ist zumindest ein bißchen Schutz. Zum zweiten: den Weg oben benutze ich später noch – der hat aber auch einen Haken: der ist etwas ruppiger und schmal. Also keine schöne breite Straße, sondern eher ein Pfad auf dem Deich. Mit superschönem Blick ins Watt – aber man muss aufpassen.  Ich persönlich habe mich also erstmal – links abbiegend in Richtung Sternklippdünen und Hoge Hörn – auf die untere, breite Straße begeben und hebe mir „oben“ für den Rückweg auf.

MTB-Tour-Borkum (12 von 45)Am Ende des befestigten Weges angekommen, kann man entweder abkürzen (ohne Strandbesuch am Hoge Hörn) und rechts abbiegen – auf dem Damm in Richtung Hafen. Ich fahre aber links weg in Richtung Strand. Und ab jetzt wird es eher MTB-artig oder man schiebt sein Rad… Fest steht: wenn die Insel in der Saison voll ist, vorsichtig und langsam fahren, weil da auch Fußgänger sind. Rücksichtsvoll eh immer. Und: man muss sein Rad auch ein wenig beherrschen. Reine Holland-Rad-Fahrer oder Genußradler sollten hier dem Tip folgen: Stell Dein Rad hier ab und geh zu Fuß…

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Wer nicht so geübt ist auf dem Rad oder mit einem klassischen Holland-Rad unterwegs ist, sollte das ernst nehmen – oder teilweise einfach schieben…

Der „Mountainbike“ Teil

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Kurze Passagen sind wirklich auch eng mit dem Rad – und Rücksicht auf Mensch und Tier nehmen, bitte!

Bevor die MTB-Freaks zu kichern anfangen: nein, das nun Kommende ist kein Singletrail mit allem Schnick-Schnack. Aber: für normale Radler nicht so ganz ohne. Zu diesem Zeitpunkt ist man etwa 7 Kilometer gefahren. Da nun aber eben der technisch etwas anspruchsvollere Wegteil kommt und man auch ein bißchen Kondition brauchen wird: an diesem Kreuzungspunkt kann man sich gut mal kurz auf praktischerweise aufgestellten Bänke setzen. Einfach die Aussicht genießen und was trinken. Dann geht es in den Teil, der wirklich nur sinnvoll zu fahren ist, wenn es trocken ist. Zum einen kommt es hier auch mal zu Überflutungen. Es kann also zu bestimmten Jahreszeiten sein, dass man umdrehen muss. Ich bin die Strecke Ende Mai gefahren – da war es perfekt.

„Klarer Punkt: begibt man sich abseits der klassischen Radwege auf der Insel muss man – je nach Jahreszeit, Witterung und Gezeiten – damit rechnen, dass eine Strecke nicht befahrbar ist oder man eben umdrehen muss.“

Merksatz 3

Also: nicht auf Biegen und Brechen dahin – sondern nur wenn es wirklich passt. Und im Notfall gilt immer: man kann das auch zu Fuß machen. Mit Gummistiefeln kommt man manchmal besser voran 😉

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Ein reines „Showbild“ – springen muss man nicht auf der Tour…

Zum zweiten sollte man mit Respekt vor Natur und anderen Wanderern und Radlern vorsichtig fahren. Das Jump-Bild von mir ist ein Bild, dass wir nur mal aus Spaß gemacht haben. Man muss da überhaupt nicht mit dem Rad springen. Und wir haben gewartet bis keiner mehr zu sehen war und man ohne Risiko das Foto machen konnte. Es gibt auch ein paar Stellen, wo man das Rad kurz heben muss, um zum Beispiel über einen Steg zu kommen.

Zum weiteren Verlauf gibt es nicht viel zu sagen. Ich finde ihn wunderschön, man hat tolle kleine Momente die man sieht – ein wahres Idyll. Am Ende wird man mit einem wunderschönen Blick aufs Meer belohnt und zwischendrin ist es für Radler auch mal herausfordernd. Hier ein paar Bilder, die die Eindrücke wiedergeben, die man da so gewinnen kann.

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Strandwanderung inklusive

MTB-Tour-Borkum (38 von 45)Am Ende dieses Teiles, bevor der echte Strand kommt, dann am besten einfach die Räder abschließen und einen schönen Strandspaziergang machen. Schlösser sind übrigens bei den Leihrädern immer dabei. Ich bitte aber meistens um ein zusätzliches Schloß, damit man die etwas wertvolleren Räder an so ein Schild anschließen kann oder zwei zusammenschließen. Die Schlösser kriegt man problemlos dazu geliehen.

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Radschue aus und eine Runde am Strand. Alleine darum lohnt sich die Tour schon.

Wer will kann natürlich auch eine Runde schwimmen: also der Nordsee-Triahtlon für Touristen… Radeln, laufen, schwimmen… Die Strecke vom letzten Rastplatz mit den Bänken bis zum Strand sind insgesamt ca. rund 4 km. Ab einem bestimmten Zeitpunkt muss man die Räder eh schieben. Also: genug Zeit einplanen und nicht mehr losgehen, wenn hinten schon die Regenwolken dräuen. Unterschlupf gibt es keinen mehr auf dieser Teil-Strecke – und schnell mal zurückradeln geht auch nicht. Aber das ganze ist eh eine Schönwetter-Tour.

„Die Tour ist nicht lang, aber weil man zwischendrin mal schiebt und am besten auch einen Strandspaziergang einlegen sollte – genug Zeit einplanen.“

Merksatz 4

MTB-Tour-Borkum (24 von 45)Nach all dem geht es erstmal auf demselben Weg zurück. Und dann empfehle ich – auf dem Damm wenn der Wind es zulässt – in Richtung Borkum Hafen zu radeln. Man radelt eine zeitlang am Damm vor sich hin und kann – sollte das Wetter schlechter werden oder die Familie oder man selbst keine Lust mehr haben – problemlos am Ende vom Damm direkt in Richtung Insel-Zentrum zurückradeln. Oder eben zum Hafen. Aber erstmal noch ein Blick vom Damm…

Ausfahrt mit Ausblick

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Ob links ob rechts – es gibt was zu sehen. Aber vorsicht. Der Weg am Damm ist mal auch schmaler als hier gerade…

Sowohl Inseleinwärts wie auch Inselauswärts hat man wunderschöne Blicke. In Richtung Meer kann man viele Vögel sehen, auch Schiffe und die typische Landschaft vor dem Deich. In Richtung Insel gibt es die ganz typischen Blicke auf kleine Landschafts-Flecken, die einfach nur schön sind und der Seele gut tun. Finde ich zumindest. Also: Zeit lassen und genießen.

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Aber am Ende des Dammes kommt dann die Frage: hat man noch Lust auf ein paar Kilometer mehr (nicht viele) oder will man direkt zurück. Wind, Wetter und Laune sollten entscheiden.

MTB-Tour-Borkum (1 von 45)Wer also gerne sportelt und wenn das Wetter passt: ein kleiner Ausflug zum Hafen ist gut zu machen. Vielleicht legt gerade eine Fähre an, vielleicht ist aber auch gerade Ruhe am Hafen. Egal – die Tour geht jetzt eh nicht mehr lang. Wir haben – nun am Hafen angekommen – ca. 21 Kilometer hinter uns, die sowohl optisch als aus Rad-technisch allerhand Abwechslung geboten haben. Spätestens jetzt geht es wieder Inseleinwärts in Richtung Borkum Ort.

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Genau hingucken – da ist die Inselbahn von Borkum

Beim rausfahren zum Hafen habe ich mich für die Strecke direkt an der Straße (der Radweg verläuft links von der Bahnstrecke der Inselbahn) entschieden. Einwärts fahre ich auf einem zwar geteertem, aber doch recht huppeligen Stück auf der anderen Seite der Bahntrasse. Das aber, trotz der diskussionsfähigen Straßenbeschaffenheit, wieder schöne Blick aufs Wasser und im Frühjahr auf viele Blumen bietet.

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Einmal quer und einmal noch am Wasser lang

MTB-Tour-Borkum (32 von 45)Es ist einfach schön, wenn man auf einer Insel radelt, am Wasser langzu fahren. Darum nehme ich eine kurze Querung durch die Dühnen (das kann man durch kleine Dünenwege, die auch breit genug sind gut fahren) um dann rasch wieder in Richtung Inselrand und damit an einen Meeresblick zu kommen.

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Die Strandpromenade ist nicht durchgängig – aber in erheblichen Teilen mit dem Rad zu befahren.

Über die Strandpromenade (den Teil wo Radler dürfen) fahre ich dann mit wunderschönem Ausblick und allem was Nordseeklima ausmacht wieder in Richtung Hindenburgstraße zur Wohnung. Aber auch auf diesem Weg: auf Fußgänger und andere Radfahrer achten. Gerade in der Saison ist da schon was los – und nicht alle gucken aufmerksam nach links oder rechts.

Tja – am Ende der Tour stehen 31 Kilometer auf dem Tacho. Und ein wohlverdienter Milchreis mit Zimt und Zucker warten in der Strandbude…

Lust auf´s nachfahren – viel Spaß. Und wer ne Unterkunft auf Borkum sucht: wir haben da die Ferienwohnung 😉

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Am Ende in einer der Strandbuden: Milchreis mit Zimt und Zucker…

Fazit: Wenn man wirklich alles radeln will, ist die Tour für Freizeitradler schon auch anspruchsvoll. Aber weil man jederzeit schieben kann, abkürzen oder Varianten nehmen ist das ganze auch prima Familientauglich und ein schöner „Tages“-Ausflug. Denn mit Pausen und Strandspaziergang ist man schnell mal zwischen drei und vier Stunden unterwegs. Aber die – so finde ich – lohnen sich!

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